Der Feigenkaktus – Opuntia ficus-indica

Opuntia ficus-indica – eine im Mittelmeergebiet verwilderte und weit verbreitete Art mittelamerikanischen Ursprungs

Auffallende, interessante und weit verbreitete Arten und Nutzpflanzen
Auffallende, interessante und weit verbreitete Arten und Nutzpflanzen
Wie überall im Mittelmeerraum, so ist auch in Zypern der Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) weit verbreitet. Die Pflanze wächst in Gärten und auf trockenen Ruderalflächen, an Trockenhängen und als Hecke zwischen Grundstücken. Opuntien sind im Mittelmeerraum nicht ursprünglich beheimatet, sie wurden aus der Neuen Welt mitgebracht und fanden im Mittelmeergebiet sehr gute Bedingungen zur Verbreitung vor.

Herkunft der Opuntien

Feigenkaktus - Opuntia ficus-indica 16.5.2013, Peyia, CY
Feigenkaktus – Opuntia ficus-indica
16.5.2013, Peyia, CY
Opuntien sind eine artenreiche Gattung aus der Familie der Kaktusgewächse, sämtliche Arten aus dieser Familie wachsen nur in Amerika; auch wenn es vom Habitus z.T. sehr ähnlich aussehende Arten gibt, so kommen diese aus anderen Pflanzenfamilien und Gattungen. Beispielsweise bringen die Wolfsmilchgewächse auf den Kanarischen Inseln und in Marokko Arten hervor, die in Kaktusgewächse errinnern.
In der Gattung Opuntia gibt es insgesamt 190 Arten, damit ist sie die artenreichste Gattung der Kaktusgewächse. Von diesen Arten wurden nur wenige in andere Regionen verwildert. Opuntia ficus-indica ist hiervon die wichtigste. Diese Art kommt hervorragend mit den kargen Bereichen mancher Region im Mittelmeerraum zurecht, darüber hinaus auch z.B. auf den Kanarischen Inseln.
Blüten des Feigenkaktus 16.5.2013, Peyia, CY
Blüten des Feigenkaktus
16.5.2013, Peyia, CY
Neuere molekulargenetische Untersuchungen haben ergeben, dass die in Mittelamerika (vermutlich entstammen die im Mittelmeerraum wachsenden Exemplare ursprünglich aus Mexiko) beheimatete Art Opuntia megacantha der Ursprung der domestizierten Form von Opuntia ist.

Blüte und Frucht

Biene in der Blüte 16.5.2013, Peyia, CY
Biene in der Blüte
16.5.2013, Peyia, CY
Opuntia ficus-indica hat gelbe Blüten, die von Bienen befruchtet werden. Die Bienen müssen dabei, um an den Pollen zu kommen, tief in die Blüte eindringen und berühren dabei die Narbe und befruchten diese somit. Aus den Blüten entstehen dann rote Früchte, deren Inneres man essen kann, es schmeckt fruchtig und süss und die Früchte werden in manchen Regionen auf dem Markt verkauft, beispielsweise in Nord-Zypern und Syrien.

Nutzen der Pflanze

Früchte des Feigenkaktus 16.5.2013, Peyia, CY
Früchte des Feigenkaktus
16.5.2013, Peyia, CY
Die Früchte des Feigenkaktus lassen sich reif und geschält hervorragend so verzehren. Daneben kann man Marmelade oder Likör aus ihnen herstellen.
Ursprünglich aber hatte der Feigenkaktus eine ganz andere Bedeutung. Er diente als Wirtspflanze einer Schildlaus, der sogenannten Cochenille-Laus, die den Ursprung für einen Purpur-Farbstoff, das Cochenille-Rot darstellt.

„Seit etwa 1100 bauten die Azteken auf großen Plantagen „Nochtli“-Pflanzen (Opuntia cochenillifera) an, um den Farbstoff Karmin herzustellen. Ihre Oberhäupter trugen leuchtende karminrote Gewänder, mit denen sie die Spanier beeindruckten. Die Herstellung damit gefärbter Textilien ist jedoch schon aus der viel älteren Paracas-Kultur bekannt.

Die spanischen Eroberer erkannten den Handelswert des Farbstoffes schnell. Sie hüteten das Geheimnis seiner Herstellung streng und über viele Jahrzehnte erfolgreich. Es war Nicolas Hartsoeker, der 1694 in Essai de dioptrique erstmalig eine gezeichnete vergrößerte Darstellung einer Cochenilleschildlaus veröffentlichte. Zehn Jahre später studierte Antoni van Leeuwenhoek die für die Farbproduktion verantwortlichen Schildläuse (insbesondere Dactylopius coccus) sehr genau und konnte damit endgültig klären, dass nicht die Opuntien, sondern die darauf lebenden Insekten für die Farbstoffherstellung notwendig sind. 1776 reiste Nicolas Joseph Thiéry de Ménonville im Auftrag der französischen Regierung nach Mexiko, um die Details der Farbstoffherstellung auszuspähen. Es gelang ihm, Opuntientriebe mit Cochenilleschildläusen auszuführen, die er im haitianischen Port-au-Prince auch erfolgreich vermehren konnte.

Als Wirtspflanzen für die Cochenilleschildläuse eignen sich auch weitere Opuntienarten. Auf den Kanarischen Inseln entstanden große Anpflanzungen von Opuntia ficus-indica, die für die Farbstoffherstellung bis heute genutzt werden. Um 1 Kilogramm Karminpulver zu erzeugen, sind 140.000 Insekten notwendig. Die Insekten werden durch Hitze getötet und anschließend getrocknet. Obwohl der aus den Insekten gewonnen Farbstoff durch die Herstellung gleichwertiger synthetischer Farbstoffe an Bedeutung verloren hat, wird er noch in Mexiko, Chile, den Kanarischen Inseln und verschiedenen afrikanischen Staaten produziert. Der Hauptanteil wird in Peru hergestellt. Mit natürlich produziertem Karmin werden beispielsweise Nahrungs- und Genussmittel und kosmetische Produkte gefärbt.“

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Opuntien

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