Fotoparade – Best of 1-2016


Highlights des 1. Halbjahres 2016

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Im ersten Halbjahr letzten Jahres bin ich bei meiner Recherche im Internet über die Idee einer Fotoparade gestolpert. Auf den Gedanken solch eine Fotoparade zu veranstalten, kam der Betreiber des Blogs “Erkunde die Welt“. Er hat dies von der Idee einer Blogparade abgeleitet und dazu überlegt, dass zu einem Reiseblog mit sehr vielen Fotos eben eine Fotoparade passt.

Nun steht also die Fortsetzung für das erste Halbjahr 2016 an, da mach ich natürlich gerne wieder mit.

Idee war und ist, zu den folgenden Themen jeweils ein Bild herauszusuchen:

  • Bunt
  • Schwarzweiss
  • Tierisch
  • Licht
  • Fahrzeug
  • Natur

Zu jedem Foto sollten ein paar Sätze geschrieben werden, warum es ausgesucht wurde und was daran gefällt. Ich habe die Bilder in Form einer Galerie in meinem Blogpost eingebaut, und mich an der obigen Reihenfolge orientiert. Egal, wer sich nun Gedanken macht, mit dem Auswählen von Bildern, die Auswahl ist in der Regel immer schwierig. So ging es mir auch. Das Ziel dieses Blogs bzw. dieser Internetseite ist es, möglichst viel an Informationen zur Natur in Zypern zusammenzutragen und in einzelnen Gruppen, wie zum Beispiel Libellen und Heuschrecken, detaillierter in die Tiefe zu gehen.

Auch aus dem Fotofundus, der für die Natur in Zypern entsteht bzw. schon entstanden ist, ist es schwierig, sich auf lediglich sechs Bilder zu beschränken. Aber – so ist das eben, bei einer Auswahl – und wenn es noch so viele interessante Bilder gibt, es hilft alles nichts. Also hab ich mich ans Suchen (und Finden) gemacht – die Bilder finden sich in der folgenden Galerie; beim Klicken auf ein Bild wird dieses groß.

Hier nun die Galerie mit den Bildern:

1. Bunt

Das ist ja immer spannend, wie sieht jemand seine Umwelt. Zuerst hatte ich an ein Foto einer schönen kleinen Libelle gedacht, die sich lachsrosa wunderbar vor dem grünen Hintergrund abhebt. Aber das wären ja nun im Wesentlichen nur 2 Farben gewesen. So hab ich mich dann dazu entschieden, eines der Bilder rauszusuchen, die ich bei einem nächtlichen Streifzug durch das türkische (Nord-) und griechische (Süd-) Nicosia gemacht habe. Das Bild entstand in der Ledrastrasse, Blick in eine Schaufensterauslage.

2. SW (Schwarzweiss)

Schwarzweiss ist immer interessant, fallen doch die Farben weg und der Blick wird auf die elementaren Strukturen des Fotos gelenkt. In diesem Falle habe ich eine Abendaufnahme von der Hala Sultan Tekke am ausgetrockneten Salzsee in Larnaca entschieden.

Bei der Hala Sultan Tekke handelt es sich um eines der wichtigsten islamischen Heiligtümer. Als die Araber 647 Zypern eroberten, war auch Hala Sultan dabei, die Tante mütterlicherseits des Propheten Mohammed. Diese stürzte im späteren Hala-Sultan-Tekke von ihrem Maultier und verstarb. Sie wurde an Ort und Stelle bestattet und ihr Grab entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte. 1760 begann Scheich Hassan den Bau einer Moschee. 1816 wurde die Moschee vervollständigt, so dass sich das Grab seitdem in einem Nebenraum des Gebäudes befindet.

3. Tierisch

Ein Großteil meiner Bilder ist tierisch, fotografiere ich doch mit Vorliebe Tiere und Pflanzen. Meine Wahl fiel auf das Portrait einer Nasenschrecke, in diesem Fall der Art Truxalis eximia. Es gibt in Zypern 2 Arten Nasenschrecken, möglicherweise noch eine Dritte, die andere oder die anderen Beiden gehören einer anderen Gattung an, nämlich Acrida. Die Unterscheidung ist auf den ersten Blick nicht so ganz einfach, aber wenn man Folgendes weiß, dann in vielen Fällen relativ leicht. Die Nasenschrecke Truxalis eximia kommt im Frühjahr als fertiges Insekt vor (erkennbar an den ausgebildeten Flügeln) und Arten der Gattung Acrida in der zweiten Jahreshälfte. Lediglich Anfang Juli heißt es aufpassen. Der Name ist Programm und es ist ohne viel Fantasie auszumachen, woher denn der schöne Name Nasenschrecken stammt.

4. Licht

Ich hab ne Weile überlegt, was denn zu Licht passt. Nun, Licht heißt natürlich nicht immer automatisch Nachtaufnahme. Also hab ich mir gedacht, ich hab da doch eine nett ausgeleuchtete Makroaufnahme einer Mittags-Schwertlilie. Den Namen hat diese kleine Schwertlilie bekommen, weil jede Blüte nur einen Nachmittag blüht, danach ist sie verblüht. Diese Art wächst im Frühjahr im gesamten Mittelmeergebiet, blühen tut sie in Zypern bereits im Februar, andernorts zumeist erst im März. Ich hab die Blüte mit 2 LED-Taschenlampen von schräg hinten angeleuchtet, am frühen Abend.

5. Fahrzeug

Die meisten denken da gerne an hochglanzpolierte möglichst PS-starke Ungetüme. Ich weiß nicht, ich finde es genau andersrum spannend. Der morbide Charme von nicht mehr ganz taufrischen Exemplaren hat es mir angetan. In diesem Falle handelt es sich um einem Morris Minor 1000 Kombi. Das Modell wurde zum ersten Mal im Jahre 1956 gebaut, das letzte Exemplar lief im Jahre 1971 vom Band. Das hier gezeigte Exemplar steht in Coral Bay an der Straße und altert still vor sich hin. Weiter unten hab ich noch ein Bild von der Kehrseite des netten alten Lieferwagens.

6. Natur

Auch hier hab ich etwas andere Vorstellungen, eine intensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft ist etwas anderes, als Natur. Das ist natürlich auch meinem Hintergrund geschuldet, habe ich doch Biologie studiert und lange Jahre Gutachten im Bereich Eingriffsplanung und Naturschutz erstellt. So ist meine Wahl auf ein Bild von den Höhen des Troodos gefallen, des zentralen Gebirges in Zypern. Hier sieht man Schwarzkiefern und eine zyprische Zeder, eines Baumes, der in der Antike weit verbreitet auf der Insel war, dann aber in vielen Fällen dem Schiffbau zum Opfer gefallen ist. Heute gibt es nur noch geringe Bestände der zyprischen Zeder, aber die Forstverwaltung ist bemüht, den Baum wieder zu etablieren. Von der Schwarzkiefer stehen im Troodos noch Bäume, die schon zur Zeit von Christoph Columbus dort wuchsen.

Lieblingsbild

Außerdem sollte noch das absolute Lieblingsbild des ersten Halbjahres auftauchen, was immer sehr schwierig ist. Letztendlich konnte ich mich dann aber zur Levanteotter durchringen, hier ist sie.

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In Zypern haben wir in den letzten Jahren Vorkommen einer sehr seltenen Libellenart gefunden, der Persischen Pechlibelle (Ishnura intermedia – das Foto eines frischen Weibchens hab ich als Titelbild für diesen Artikel genommen). Sie war bis dahin nur von wenigen Fundorten aus der Türkei, Syrien und dem Iran bekannt, nicht mehr als 10 Fundorte und jeweils nur wenige Individuen. Beschrieben wurde das Tier erstmals in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Türkei. Nun haben wir in Zypern einige Fundorte mit einigen hundert Individuen entdeckt. Einer dieser Funde gelang mir erst in diesem Jahr. Um mehr über das Tier und die Häufigkeit zu erfahren, war ich in einem kleinen Tal unterwegs, immer am Bachlauf entlang.

Dies ist nun eben auch der bevorzugte Lebensraum der Levanteotter (Macrovipera lebetina), der einzigen für den Menschen gefährlichen Giftschlange Zyperns. Da die Levanteotter gut getarnt ist, verlässt sie sich oft auf ihre Tarnung und bleibt liegen, wenn man in ihre Nähe kommt. Die meisten Begegnungen mit der Levanteotter werden von den Menschen wohl nicht einmal bemerkt. Mein nächster oder übernächster Schritt wäre nun genau dorthin erfolgt, wo die Levanteotter auf Lauer lag. Das hätte vermutlich unangenehme Folgen gehabt. Nicht jeder Biss der Levanteotter ist tödlich, aber das Gift ist so unangenehm, dass man auch mit einer Amputation rechnen muss. Es zersetzt das Gewebe. Ich würde mal sagen, das muss nicht sein. Ich hab daher meine (geschulten) Augen immer überall, um solcherart Zusammenstöße zu vermeiden.

Das Foto wurde mit einem 90mm Tamron Objektiv gemacht, ich war also nah dran, an dem Tier. So etwas sollte man nur machen, wenn man die Tiere und deren Verhaltensweisen kennt. Im Falle des Falles beißen die nämlich mit „Lichtgeschwindigkeit“ zu, da ist dann nichts mehr mit rechtzeitig reagieren. Dieses Tier hat mir aber genau gezeigt, dass es sich in dieser Situation noch sehr komfortabel fühlt und keinerlei Bedrohung empfindet. Wie gut die Levanteotter jedoch im Gelände getarnt ist, das kann man anhand dieses Bildes sehr wohl erahnen.

Goodies

In der Beschränkung liegt die Kraft – lach. Da es aber bei vielen zum guten Ton gehört, noch eine Zugabe zu machen, so tu ich dies jetzt auch. Zum Einen finde ich, dass zu dem in Würde vor sich hin alternden Auto nun eben auch die Kehrseite gehört. Und dann sollen noch 2 Landschaftsaufnahmen aus dem ersten Halbjahr für die interessante Insel werben.

Hier also die Goodies:

Beim ersten Bild handelt es sich um die Rückansicht des Fahrzeugs, das in der oberen Gallerie schon in der Frontansicht gezeigt wurde. Das zweite Bild zeigt die verlassene Ortschaft Foinikas, die dem Staudamm Asprokremmos (1982) zum Opfer fiel und das dritte Bild entstand bei einer Busfahrt zwischen Limassol und Larnaca.

Soweit fürs erste und nun wünsche ich dem Veranstalter der Fotoparade und den weiteren Mitstreitern ein fröhliches Fotobewerten und Aussuchen.

6 Gedanken zu „Fotoparade – Best of 1-2016“

  1. Hallo Klaus,

    Vielen dank für deinen schönen Beitrag und dass du wieder mit von der Partie bist. Ich finde dein Fahrzeug und auch die Otter toll!

    Lg Michael

    1. Hallo Michael,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Jaja – die Otter, ich werde da wohl in den nächsten Tagen mal einen eigenen Artikel zu der Otter schreiben.

      Ansonsten hab ich ja eine ganz andere Betrachtungsweise meiner Umwelt, als z.B. Du mit Deinem Reiseblog. Und genau das macht die Sache ja spannend und man sieht unterschiedliche Möglichkeiten, sich einem Thema zu nähern.

      Da bin ich mal gespannt, auf die weiteren Beiträge

      Beste Grüße – Klaus

  2. Hallo Klaus,
    ich habe auch bei Michaels Fotoparade mitgemacht und schaue mir gerade die anderen Beiträge an. So hat es mich auf deine Website verschlagen. Spätestens wenn ich mal nach Zypern fahre, werde ich auf jeden Fall wieder kommen und mir ein paar Natur-Infos abholen. Toll was du hier machst! Aber jetzt mal zu deinen Fotos: Da ich ein großer Libellen-Fan bin, mag ich das Beitragsbild am liebsten, dicht gefolgt von der Nasenschrecke. Die kannte ich noch nicht. Das mit der Otter war mir zu aufregend. Gegen Schlangen habe ich gar nichts, aber wenn die so gefährlich sind, dann ist mir das nix. Dafür machen deine Goodies richtig Lust auf Zypern. Schöne Landschaft! Ich wünsch dir einen schönen Sonntag. LG Lu

    1. Hallo Lu,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Was Libellen angeht, da wird in nächster Zeit noch einiges kommen, hab so ziemlich alles fotografiert, was es an Libellen auf Zypern gibt. Und das ist schon spannend. Und natürlich gilt das auch für Heuschrecken, bei denen es einige endemische (also nur auf Zypern vorkommende) Arten gibt.
      Ja – und die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Was jetzt die Schlange angeht, das ist in der Regel halb so wild, da sich Touristen und Schlangen eher seltener begegnen. Außerdem willst Du vermutlich gar nicht wissen, was es da im Oman so alles gibt – da sind auch ein paar giftige dabei.
      Ich wünsch Dir auch eine schöne Zeit, viel Erfolg und weiterhin interessante Reisen und schöne Foto´s
      Beste Grüße – Klaus

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