Selimiye-Moschee/Sophienkathetrale in Nikosia


Eine gotische Kathedrale als Moschee

Selimiye-Moschee/Sophienkathedrale Blick vom Aussichtsturm bei Debenhams
Selimiye-Moschee/Sophienkathedrale Blick vom Aussichtsturm bei Debenhams
Im Zeitraum der Kreuzzüge im Mittelalter und unmittelbar danach stand Zypern stark unter katholischem Einfluss. So wurde in dieser Zeit (1209 bis 1326) in Nikosia eine gotische Kathedrale gebaut, die am 5. November 1326 als Sophienkathedrale eingeweiht wurde und heute als Selimiye-Moschee bekannt ist. Zum Bau dieser Kirche wurden viele mitteleuropäische Fachkräfte, wie insbesondere Steinmetze, nach Zypern geholt. Diese Kathedrale erinnert sehr stark an entsprechende Bauten in Mitteleuropa, die in einer ähnlichen Zeit entstanden sind. Hier spiegelt sich die enge Verbindung des Hauses Lusignan, welches die zyprischen Könige stellte, zu seinen französischen Wurzeln wider. Wie üblich war die Kathedrale sehr stark mit Figuren verziert, was sich heute noch im Eingangsbereich nachvollziehen lässt. Hier sind noch Reste der einstigen figürlichen Darstellungen erhalten.

Bis ins Jahr 1489 war die Sophienkathedrale die Krönungskirche der Könige Zyperns. Danach übernahmen die Venezianer die Insel, die sie bis ins Jahr 1571 beherrschten, aus dieser Zeit stammen auch die ringformigen Befestigungsanlagen der Stadt Nikosia.

Am 9. September 1570 fiel Nikosia an die Osmanen. In der Folge wurde die Sophienkathedrale unter dem Namen Selimiye-Moschee in eine Moschee umgewandelt. Dabei wurden die meisten figürlichen Darstellungen und die Kirchenfenster ein Opfer der Umwandlung, da im Islam eine figürliche Darstellung verpönt ist. Den Bilderstürmern entgingen jedoch eine Reihe von figürlichen Darstellungen im Bereich des Eingangs. Die damals noch nicht fertigen Türme der Kathedrale wurden nun von osmanischen Baumeistern in runder Form zu 2 Minaretten vervollständigt. Eine Umbenennung der Kathedrale erfolgte in „Große Moschee“ und erst im Jahr 1954 erfolgte die Umbenennung in den heute gültigen Namen „Selimiye-Moschee“.

Im Inneren der einstigen Kathedrale sieht man eben auch die Wurzeln der europäischen Gotik. Wie üblich in derartigen Kathedralen trennen 2 Säulenreihen, hier mit jeweils 6 Säulen, die Seitenschiffe vom Hauptschiff. Darüberhinaus gab es Probleme mit der Ausrichtung der Kathedrale, da im Islam das Gebet in Richtung Mekka ausgeübt wird. So wurden auf der Südseite extra Gebetsnischen eingebaut.

Die osmanische Herrschaft dauerte bis 1878, als England die Kontrolle über die Insel übernahm, die Moschee blieb aber auch unter englischer Verwaltung eine Moschee. Seit der Trennung im Jahre 1974 befindet sich die Moschee nun im türkischen Nordteil der Stadt, die gleichzeitig als Lefkosia die Hauptstadt der Türkischen Republik Nordzyperns ist.

Die Moschee kann natürlich außerhalb der Gebetszeiten besichtigt werden. Allerdings, wie im Islam üblich, nur ohne Schuhe. Hierzu gibt es vor dem Haupteingang eine Markierung, hinter der man sich nur noch ohne Schuhe bewegen darf. Dort kann man seine Schuhe abstellen, wie es alle anderen Besucher auch tun. Außerdem gibt es Tücher für Frauen.

Da die Moschee in ihrem städtischen Umfeld beengt umbaut ist benötigt man ein Weitwinkel zum fotografieren. Gute Bilder lassen sich auch von der Aussichtsplattform des Turmes bei Debenhams in der Ledra-Strasse im griechischen Teil der Stadt machen. Dort hat man einen vorzüglichen Blick über Nikosia.

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