Unterscheidung der Nasenschrecken auf Zypern

Unterscheidung der beiden Nasenschrecken (Acrida ungarica und Truxalis eximia cypria) auf Zypern

Auf Zypern gibt es 2 Arten der charakteristischen und eigentlich unverwechselbaren Nasenschrecken aus 2 verschiedenen Gattungen (aus beiden Gattungen gibt es im Mittelmeerraum weitere Arten), zum Einen einen Vertreter der Gattung Truxalis mit der endemischen Subspezies Truxalis eximia cypria und daneben einen Vertreter der Gattung Acrida mit der im Mittelmeergebiet weit verbreiteten Art Acrida ungarica. Beide werden hier mit Bild vorgestellt.

Die endemische Unterart der Nasenschrecke Truxalis eximia cypria (23.5.2014 - CY- Avakas)
Die endemische Unterart der Nasenschrecke Truxalis eximia cypria (23.5.2014 – CY- Avakas)

Die Nasenschrecke Acrida ungarica (14.08.2013 - CY Peyia)
Die Nasenschrecke Acrida ungarica (14.08.2013 – CY Peyia)

Oft stellt sich die Frage, wie sind die beiden Arten zu unterscheiden, hier sagt der Bestimmungsschlüssel bei Harz Folgendes:

Bestimmungsschlüssel Nasenschrecken Zyperns:


– Arolium klein >>> Truxalis eximia cypria
– Arolium groß >>> Acrida ungarica


Arolium

Das Arolium (griechisch arusthai = entsprossen sein) ist der unpaarige, lappenförmige Anhang des letzten Gliedes (Prätarsus) am Fuß (Tarsus) von Insekten, welcher zwischen oder unter den Klauen liegt.

Das Arolium wird meist als Haftlappen eingesetzt. Dabei besteht seine Funktion darin, die Haftung zwischen dem Tarsus und glatten Oberflächen zu erhöhen. Während auf rauen Oberflächen der Halt durch den Einsatz der Endkrallen erreicht wird, ermöglicht die Mikrostruktur des Aroliums einen besseren Halt auf glatteren Oberflächen. Dieser wird durch einen dünnen Flüssigkeitsfilm zwischen Oberfläche und Arolium erreicht, welcher zu einer Erhöhung der Adhäsion führt. Reicht der Halt der Krallen nicht aus, werden diese eingezogen und das Arolium wird mit einer Flüssigkeit aufgepumpt, die aus einer Drüse abgesondert wird. Das außerdem von einem Flüssigkeitsfilm überzogene Arolium ragt nun zwischen den Krallen hervor und wird auf die Oberfläche aufgesetzt. Beim nächsten Schritt kann es nach Bedarf im Bruchteil einer Sekunde wieder entleert oder aufgepumpt werden. Zu diesem Zweck wird das Arolium beispielsweise bei Hautflüglern, Zweiflüglern und Fransenflüglern eingesetzt.

Bei den Gladiatorschrecken dient es außerdem zur Wahrnehmung von Schwingungen. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Arolium

 

Dieses Merkmal ist so typisch, dass es selbst auf nicht ganz so guten Bildern zu sehen ist, wie das folgende Bild zeigt:

Stark vergrößerte Bildausschnitte von Fotos von Truxalis eximia cypria und Acrida ungarica, die die Unterschiede hinsichtlich des Aroliums deutlich zeigen.
Stark vergrößerte Bildausschnitte von Fotos von Truxalis eximia cypria und Acrida ungarica, die die Unterschiede hinsichtlich des Aroliums deutlich zeigen.

Es gibt aber für die Unterscheidung im Feld weitere gute Unterscheidungsmerkmale. Sieht man die adulten Tiere in der ersten Hälfte des Jahres, so handelt es sich um Truxalis eximia cypria, während in der zweiten Hälfte des Jahres mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Acrida ungarica beobachtet wird. Lediglich in den beiden Monaten Juni und Juli sind nach aktueller Datenlage Flugzeitüberschneidungen möglich. Die Phänologie beider Arten ist noch nicht ganz geklärt.

Neben der Flugzeit gibt es aber 2 Merkmale, die sich auch anhand von Fotos in der Regel relativ einfach erkennen lassen. Bei einem Foto von oben sind die Kiele am Rande des Halsschildes (Pronotum) mehr oder weniger parallel -> Acrida oder aber deutlich abgewinkelt -> Truxalis. Von der Seite erscheinen die Flügelenden spitz bei Acrida und leicht gerundet bei Truxalis.
Siehe die folgenden Fotos:

Unterschiede bei den Pronotum-Seitenrändern zwischen Truxalis und Acrida
Unterschiede bei den Pronotum-Seitenrändern zwischen Truxalis und Acrida
Unterscheidung der beiden Nasenschrecken Truxalis und Acrida anhand der Flügelspitzen
Unterscheidung der beiden Nasenschrecken Truxalis und Acrida anhand der Flügelspitzen

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